Fazit: Der Nahostkonflikt in seiner Tiefe verstehen
Der Konflikt zwischen Israel und Palästina – und insbesondere zwischen Israel und Gaza – ist kein Streit, der plötzlich entstanden ist. Er wurzelt in einer langen Geschichte aus kolonialer Politik, Vertreibung, religiösen Sehnsüchten, Nationalbewegungen und Gewalt. Die Gründung Israels 1948 war für die Juden die Erfüllung eines lange ersehnten Traums, für die Palästinenser jedoch der Beginn von Vertreibung, Enteignung und jahrzehntelanger Besatzung.
Seitdem reiht sich Krieg an Aufstand, Anschläge an Militäroperationen – beide Seiten geprägt von Verlust, Trauma und dem Kampf um Anerkennung und Sicherheit. Für die Palästinenser geht es bis heute um das Recht auf ein Leben in Freiheit und Würde, für Israel um die Sicherung seiner Existenz und Grenzen.
Die Hamas entstand aus eben dieser Not im Gazastreifen – aus Armut, Unterdrückung und Perspektivlosigkeit. Israel wiederum entwickelte sich aus einer Bewegung, die im Schatten von Verfolgung und Holocaust nach Sicherheit und einem eigenen Staat suchte.
Am Ende zeigt der Nahostkonflikt, wie tief historische Wunden, ungleiche Machtverhältnisse und verpasste Chancen für Frieden die Gegenwart prägen. Wer den Konflikt verstehen will, muss deshalb weit zurückschauen – und zugleich erkennen, dass die Lösung nicht in Gewalt, sondern nur in Gerechtigkeit, Dialog und gegenseitiger Anerkennung liegen kann.
Wenn du es genauer wissen willst dann lies folgenden Artikel.
Warum streiten sich Israel und Gaza?
Um zu verstehen, warum Israel und Gaza im Konflikt stehen, muss man weit zurück in die Vergangenheit blicken. Die Auseinandersetzungen begannen nicht erst am 7. Oktober 2023, sondern haben ihre Wurzeln viele Jahrzehnte früher. Es geht um Land, politische Kontrolle, nationale Identität und die Frage, wer in welchem Gebiet leben darf. Die Spannungen zwischen Juden und Arabern in Palästina entstanden schon lange vor der Gründung des Staates Israel und wurden durch Einwanderung, koloniale Politik, paramilitärische Gewalt und Kriege immer weiter verschärft.
Heute spiegeln die Konflikte in Gaza und Israel die komplexe Geschichte von Vertreibung, Besatzung, politischen Ideologien und historischen Traumata wider – ein Konflikt, der tief in der Geschichte der Region verwurzelt ist und dessen Ursachen weit über einzelne Ereignisse hinausgehen.
Palästina vor dem Konflikt
Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Palästina Teil des Osmanischen Reiches. Die Bevölkerung bestand überwiegend aus arabischen Muslimen, daneben lebten auch christliche Araber und eine kleine jüdische Minderheit, vor allem in Städten wie Jerusalem, Hebron, Safed und Tiberias.
Diese jüdische Minderheit war größtenteils seit Jahrhunderten in der Region verwurzelt und lebte nicht in Opposition zu Muslimen oder Christen. Das Zusammenleben war zwar nicht immer völlig konfliktfrei (wie in keinem multireligiösen Gebiet), aber es gab keine systematische Feindschaft zwischen den Religionen.
Das Land war überwiegend agrarisch geprägt: Dörfer, Olivenhaine, Märkte und kleine Handelsstädte bestimmten den Alltag. Religiöse Vielfalt war Teil des Lebens, und die osmanische Verwaltung ordnete die Gemeinschaften nach dem sogenannten Millet-System (jede religiöse Gruppe regelte viele ihrer Angelegenheiten selbst).
Erst mit dem Aufkommen des europäischen Nationalismus und dem Zionismus am Ende des 19. Jahrhunderts begannen tiefere politische Spannungen. Die Vorstellung, dass Palästina ein „jüdischer Nationalstaat“ werden sollte, führte zu ersten Konflikten mit der einheimischen arabischen Bevölkerung, die ihr Land und ihre Identität bedroht sah.

Die historischen Wurzeln des Zionismus

Die Wurzeln des Zionismus reichen weit zurück und sind eng mit der religiösen Tradition des Judentums verbunden. Schon seit der Babylonischen Gefangenschaft im 6. Jahrhundert v. Chr. existierte die Sehnsucht nach „Zion“, also Jerusalem, und dem „Heiligen Land“, das Gott dem jüdischen Volk versprochen haben soll. Diese Sehnsucht wurde über Jahrhunderte in Gebeten, Psalmen und Feiertagen lebendig gehalten. Immer wieder gab es auch religiös motivierte Bewegungen von Juden, die nach Palästina auswanderten, um dort in Übereinstimmung mit ihrer religiösen Überzeugung zu leben.
Der politische Zionismus
Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich aus dieser historischen Sehnsucht der moderne politische Zionismus. Theodor Herzl, ein jüdischer Journalist aus Wien, gründete eine nationale Bewegung, die einen eigenen jüdischen Staat in Palästina forderte, um Juden in Europa Schutz vor Verfolgung zu bieten. Herzl selbst war säkular und sah den Staat primär als politische Lösung.
Der religiöse Zionismus
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich aus dem Zionismus zusätzlich Später entstand daraus auch ein religiöser Zionismus, der den Staat Israel als Teil von Gottes Plan deutete, besonders nach dem Sechstagekrieg 1967. Aus dieser Strömung entwickelte sich unter anderem die Idee des „Groß-Israel“, das sich an biblischen Grenzen orientiert.
Zionismus heute
Heute vermischen sich diese Strömungen: Der offizielle Staat Israel basiert formal auf Herzls säkularer Vision, während religiöse Zionisten und extreme Siedlerbewegungen auf der biblischen Interpretation des Landes bestehen. Diese unterschiedlichen Perspektiven tragen bis heute zur Spannung zwischen Israel und den Palästinensern bei.
Wichtig ist: nicht jeder Jude ist ein Zionist, und nicht jeder Zionist ist Jude. Viele Juden lehnen den Zionismus ab, weil sie glauben, dass nur der Messias das Volk nach Zion führen darf. Gleichzeitig gibt es nicht-jüdische Zionisten, die die politische Idee eines jüdischen Staates unterstützen. Der Zionismus vereint also sowohl religiöse als auch politische Elemente, die zusammen die Grundlage für die spätere Gründung Israels und die Entstehung des Nahostkonflikts bilden.
Britische Rolle & Balfour-Deklaration
Während des Ersten Weltkriegs kämpften britische und osmanische Truppen auf der Palästinafront um die Kontrolle über die Region. 1917 siegten die Briten, eroberten Jerusalem und setzten ihre Kontrolle über das gesamte Gebiet durch, das nach dem Krieg unter das britische Mandat gestellt wurde.
Noch im gleichen Jahr veröffentlichte Großbritannien die Balfour-Deklaration, ein Schreiben an Lord Rothschild, in dem die „Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ unterstützt wurde.

Dieses Versprechen führte nach dem Krieg zu erheblichen Spannungen zwischen der arabischen und der jüdischen Bevölkerung, da beiden Gruppen zuvor Unabhängigkeit zugesagt worden war.
Die Kombination aus militärischer Kontrolle und politischer Zusage legte den Grundstein für den späteren Nahost-Konflikt: internationale Politik, religiöse Sehnsüchte und nationale Ansprüche trafen hier aufeinander und prägen die Region bis heute.
Zweiter Weltkrieg & Holocaust
Während des Zweiten Weltkriegs flohen zahlreiche europäische Juden vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach Palästina. Besonders nach dem Holocaust stieg der internationale Druck, dem jüdischen Volk eine sichere Heimat zu geben. Die palästinensische Bevölkerung empfing die jüdischen Flüchtlinge zunächst freundlich, doch mit der zunehmenden zionistischen Einwanderung und Siedlungspolitik wuchsen Spannungen.
Auf diesem Bild sieht man, wie die Haganah-Gruppe per Boot in Palästina eingetroffen ist.

Paramilitärische Gruppen und die Entstehung erster Konflikte
Mit der zunehmenden jüdischen Einwanderung nach Palästina entstanden paramilitärische Organisationen, die die Interessen der Zionisten mit militärischen Mitteln durchsetzten.
Die Haganah, 1920 gegründet, diente zunächst dem Schutz jüdischer Siedlungen. Später entwickelte sie auch offensive Strategien gegen arabische Gruppen, die sich gegen die zionistische Expansion stellten.
Die Irgun (Etzel, 1931) ging noch radikaler vor. Sie führte gezielte Angriffe gegen arabische Zivilisten, Palästinenserdörfer und Einrichtungen, um den Druck auf die lokale Bevölkerung zu erhöhen. Gleichzeitig verübte sie Anschläge auf britische Behörden und Politiker, um die britische Mandatsmacht zur Unterstützung eines jüdischen Staates zu zwingen.
Die Lehi (Stern-Gruppe, 1940) verfolgte ähnliche, aber noch extremere Ziele. Sie betrachtete die Briten als Besatzer, führte Attentate auf britische Offizielle durch und griff gezielt palästinensische Gruppen an.
Diese Aktionen führten zu ersten gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Juden, Palästinensern und Briten. Sie markierten den Beginn einer Eskalationsspirale, die später im offenen Israel-Palästina-Konflikt mündete. Nach der Gründung Israels 1948 wurden diese Gruppen in die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) integriert, womit ein einheitliches militärisches System für den neuen Staat entstand.
Staatsgründung Israels 1948
Am 29. November 1947 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen den UN-Teilungsplan (Resolution 181). Dieser sah vor, Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu teilen, während Jerusalem unter internationaler Verwaltung stehen sollte. Die jüdische Führung akzeptierte den Plan, da er die Grundlage für einen eigenen Staat bot. Die arabische Seite lehnte den Plan ab, da er als unfair empfunden wurde: Die jüdische Minderheit erhielt einen größeren Teil des Landes, während die arabische Mehrheit deutlich weniger Land bekam.
Am 14. Mai 1948 rief David Ben Gurion im Tel Aviver Museum die Gründung des Staates Israel aus. Ben Gurion war ein führender zionistischer Politiker, Journalist und der erste Ministerpräsident Israels. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Organisation der jüdischen Gemeinschaft im Mandatsgebiet Palästina, der Integration der paramilitärischen Gruppen in die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und der internationalen Anerkennung des neuen Staates.

Noch am gleichen Tag begann der erste arabisch-israelische Krieg, in den mehrere arabische Staaten involviert waren. Dieser Krieg führte zu erheblichen Verlusten auf beiden Seiten und legte den Grundstein für den anhaltenden Konflikt in der Region.
David Ben Gurion – Gründer Israels und erste Führungspersönlichkeit
David Ben Gurion (1886–1973) war einer der bedeutendsten zionistischen Politiker und der erste Ministerpräsident Israels. Er wurde in Płońsk, damals Teil des russischen Zarenreichs (heute Polen), geboren und wanderte in jungen Jahren nach Palästina aus, das damals unter osmanischer Herrschaft stand.
Frühes Leben und Engagement
- Ben Gurion engagierte sich früh in zionistischen Jugendorganisationen und strebte danach, eine nationale Heimstätte für das jüdische Volk zu schaffen.
- Er war Journalist, Politiker und ein führender Organisator der jüdischen Gemeinschaft in Palästina.
Politische Karriere
- Er spielte eine zentrale Rolle in der Jüdischen Agentur, die als De-facto-Regierung der jüdischen Gemeinden im Mandatsgebiet fungierte.
- Unter seiner Führung wurden die paramilitärischen Gruppen Haganah, Irgun und Lehi teilweise koordiniert und später in die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) integriert.
- Ben Gurion war maßgeblich an der internen Organisation und Vorbereitung des Staates Israel beteiligt.

Rolle bei der Staatsgründung
- Am 14. Mai 1948 rief Ben Gurion im Tel Aviver Museum die Gründung des Staates Israel aus.
- Er leitete Israel in den ersten arabisch-israelischen Krieg und legte damit die Grundlagen für die politische und militärische Struktur des neuen Staates.
Vermächtnis
- Ben Gurion gilt als „Vater des Staates Israel“.
- Seine Vision einer unabhängigen, sicheren Heimat für das jüdische Volk prägte die frühe israelische Politik, das Bildungssystem und die Verteidigungsstruktur.
- Politisch beeinflusste er viele spätere Generationen von israelischen Politikern, auch wenn er nicht direkt mit Benjamin Netanyahu zusammenarbeitete, gilt er als zentrale historische Figur, auf deren Entscheidungen das moderne Israel aufbaut.
Von Ben Gurion bis Netanyahu – Die politische Entwicklung Israels
Die politische Linie Israels lässt sich von David Ben Gurion bis zu Benjamin Netanyahu nachvollziehen. David Ben Gurion (1886–1973) war der erste Ministerpräsident Israels und zentrale Figur bei der Staatsgründung 1948. Er führte Israel durch den ersten arabisch-israelischen Krieg und legte die Grundlagen für die Regierung, das Militär und die Verwaltung des jungen Staates. Ben Gurion war Gründer der Mapai-Partei, der Vorläuferin der heutigen Arbeitspartei, und setzte stark auf institutionellen Aufbau und die Verteidigung des Landes.
Nach Ben Gurions erstem Rücktritt übernahm Mosche Scharet (1954–1955) das Amt des Ministerpräsidenten, gefolgt von Ben Gurion selbst bis 1963. Daraufhin führte Levi Eschkol (1963–1969) Israel durch den Sechstagekrieg 1967. Er war eher gemäßigt, setzte auf Diplomatie und arbeitete eng mit der internationalen Gemeinschaft zusammen, blieb aber in Sicherheitsfragen entschlossen.In den 1970er Jahren kam es zu einem politischen Richtungswechsel: Menachem Begin (1977–1983), Gründer der Likud-Partei, setzte auf eine konservative und sicherheitsorientierte Politik. Begin war früher Führer der Untergrundorganisation Irgun und verfolgte territoriale Expansion sowie militärische Stärke als strategisches Prinzip.
Benjamin Netanyahu, geboren 1949 in Tel Aviv, wurde politisch sowohl von seinem Vater Benzion Netanyahu, einem Historiker und strikten Verfechter jüdischer Siedlungspolitik, als auch von Menachem Begin geprägt. Benzion vermittelte ihm die ideologische Grundlage, insbesondere die Bedeutung territorialer Integrität und der Sicherheit Israels. Begin lieferte das praktische Vorbild: militärische Entschlossenheit, strategische Planung und politisches Handeln im internationalen Kontext. Darüber hinaus spielte Mosche Arens, enger Vertrauter von Begin, eine Schlüsselrolle in Netanyahus Karriere: 1982 holte er den jungen Netanyahu als Berater nach Washington, was ihm wertvolle Erfahrungen in internationalen Beziehungen und Diplomatie ermöglichte.
So entsteht ein klarer Bogen von der Gründergeneration unter Ben Gurion über die gemäßigten Führungspersönlichkeiten wie Levi Eschkol bis zu den konservativen Kräften der Likud-Partei, die Netanyahu entscheidend prägten. Diese Kombination aus institutionellem Aufbau, militärischer Strategie und ideologischer Klarheit prägt die israelische Politik bis heute.
Der Sechstagekrieg 1967
Der Sechstagekrieg fand vom 5. bis 10. Juni 1967 statt und war ein entscheidender Konflikt zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien. In den Monaten davor hatten sich die Spannungen stark verschärft: Ägypten zog die UN-Friedenstruppen aus dem Sinai ab, blockierte die Straße von Tiran und mobilisierte Truppen an der Grenze zu Israel. Jordanien und Syrien schlossen sich den Drohungen an. Israel fühlte sich existenziell bedroht und entschloss sich zu einem Präventivschlag.
Am 5. Juni begann Israel mit einem überraschenden Luftangriff auf Ägypten und zerstörte die meisten ägyptischen Flugzeuge am Boden, wodurch es die Lufthoheit gewann. In den folgenden Tagen besiegte Israel die jordanischen Truppen im Westjordanland und eroberte Ost-Jerusalem. Im Norden gelang Israel die Einnahme der Golanhöhen von Syrien. Bereits nach sechs Tagen hatte Israel sein Staatsgebiet praktisch verdoppelt, indem es die Sinai-Halbinsel, den Gazastreifen, das Westjordanland inklusive Ost-Jerusalem und die Golanhöhen eroberte.
Die Folgen des Krieges waren gravierend: Die Besetzung palästinensischer Gebiete legte den Grundstein für die anhaltenden Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern. Viele arabische Staaten betrachteten die schnelle Niederlage als demütigend, und international verschärfte der Krieg die politische Polarisierung im Nahen Osten.
Vor 1948: Gewalt im britischen Mandatsgebiet Palästina
Jüdische paramilitärische Gruppen (Haganah, Irgun, Lechi)
Im Zuge der zionistischen Bewegung bildeten sich verschiedene paramilitärische Gruppen, die teils gegen die britische Mandatsmacht, teils gegen arabische Gruppen agierten:
- Haganah: Die offizielle paramilitärische Organisation der jüdischen Gemeinschaft, die später in die israelische Armee integriert wurde.
- Irgun (Etzel): Eine radikalere Gruppe, die für gewaltsame Aktionen bekannt war.
- Lechi (Stern-Gruppe): Eine noch radikalere Organisation, die ebenfalls für Anschläge verantwortlich war.
Wichtige Anschläge:
- King David Hotel Bombing (22. Juli 1946): Irgun sprengte das britische Verwaltungsgebäude in Jerusalem, wobei 91 Menschen getötet wurden.
- Massaker von Deir Yassin (9. April 1948): Irgun und Lechi griffen das arabische Dorf Deir Yassin an, wobei zwischen 100 und 250 Dorfbewohner getötet wurden.
- Attentate auf britische Beamte: Zahlreiche Anschläge auf britische Militärs und Beamte, darunter die Ermordung von Lord Moyne, dem britischen Minister für den Nahen Osten, im Jahr 1944 durch Lechi.
- Zerstörung arabischer Dörfer: Im Zuge der Operationen wurden mehrere arabische Dörfer zerstört oder verlassen.
Arabische Aufstände und Angriffe
Die arabische Bevölkerung leistete Widerstand gegen die zunehmende jüdische Einwanderung und die britische Mandatsmacht:
- Arabischer Aufstand (1936–1939): Ein landesweiter Aufstand gegen die britische Herrschaft und die zionistische Bewegung, der mit militärischer Gewalt und Streiks beantwortet wurde.
- Angriffe auf jüdische Siedlungen: Zahlreiche Überfälle auf jüdische Siedlungen, bei denen sowohl Zivilisten als auch Soldaten getötet wurden.
- Massaker an Juden: Beispielsweise das Massaker von Safed (1929), bei dem 18 Juden getötet wurden.
Chronologische Übersicht wichtiger Ereignisse
| Jahr | Ereignis | Beteiligte Parteien |
| 1920 | Jaffa-Unruhen: Erster größerer arabischer Aufstand gegen Juden | Arabische Aufständische vs. Jüdische Siedler |
| 1921 | Hevron-Massaker: 67 Juden getötet | Arabische Angreifer vs. Jüdische Gemeinde |
| 1929 | Safed-Massaker: 18 Juden getötet | Arabische Angreifer vs. Jüdische Gemeinde |
| 1936–1939 | Arabischer Aufstand: Landweite Aufstände gegen Briten und Juden | Arabische Aufständische vs. Britische Mandatsmacht & Jüdische Siedler |
| 1946 | King David Hotel Bombing: 91 Tote | Irgun vs. Britische Mandatsmacht |
| 1948 | Massaker von Deir Yassin: 100–250 Tote | Irgun & Lechi vs. Arabische Dorfgemeinschaft |
| 1948 | Zerstörung arabischer Dörfer: Zahlreiche Dörfer verlassen oder zerstört | Jüdische Streitkräfte vs. Arabische Dörfer |
Konflikte und Angriffe vor und nach der Staatsgründung Israels
Vor der Staatsgründung
- Jüdische paramilitärische Gruppen gegen Palästinenser und Briten (1930er–1940er)
- Angreifer: Irgun (Etzel), Lechi (Stern-Gruppe), Haganah (teilweise militärische Aktionen)
- Ziel/Verteidiger: Britische Mandatsmacht, arabische Bevölkerung
- Beispiele:
- King David Hotel Bombing (1946) – Irgun sprengte das britische Verwaltungsgebäude in Jerusalem.
- Angriffe auf arabische Dörfer und Straßen, um Gebietsansprüche durchzusetzen oder Widerstand zu brechen.
- Arabische Aufstände gegen jüdische Siedlungen (1936–1939)
- Angreifer: Arabische Palästinenser
- Verteidiger: Jüdische Siedlungen, teilweise britische Truppen
- Ziel: Stopp der jüdischen Einwanderung nach Palästina und Protest gegen britische Mandatspolitik.
Unabhängigkeitskrieg / Arabisch-Israelischer Krieg (1948–1949)
- Angreifer: Ägypten, Jordanien, Syrien, Libanon, Irak
- Verteidiger: Israel
- Anlass: Ablehnung der israelischen Staatsgründung durch arabische Staaten.
- Folge: Hunderttausende Palästinenser flohen oder wurden vertrieben (Nakba).
Suez-Krise / Zweiter Arabisch-Israelischer Krieg (1956)
- Angreifer: Israel, Großbritannien, Frankreich
- Verteidiger: Ägypten
- Anlass: Verstaatlichung des Suezkanals durch Ägypten.
Sechstagekrieg (1967)
- Angreifer: Israel (Präventivschlag)
- Verteidiger: Ägypten, Jordanien, Syrien
- Ergebnis: Israel eroberte Westjordanland, Gazastreifen, Sinai, Ost-Jerusalem und Golanhöhen.
Jom-Kippur-Krieg (1973)
- Angreifer: Ägypten, Syrien (Überraschungsangriff)
- Verteidiger: Israel
- Ziel: Rückgewinnung der 1967 verlorenen Gebiete.
Intifadas
- Erste Intifada (1987–1993)
- Aufständische: Palästinenser im Westjordanland und Gazastreifen
- Reaktion: Israelische Sicherheitskräfte
- Zweite Intifada (2000–2005)
- Aufständische: Palästinenser (Selbstmordanschläge, Angriffe)
- Reaktion: Israelische Armee und Sicherheitskräfte
Libanonkriege
- Operation Litani (1978)
- Angreifer: Israel
- Verteidiger: PLO im Südlibanon
- Libanonkrieg (1982)
- Angreifer: Israel
- Verteidiger: PLO, libanesische Armee
Gaza-Kriege
- 2008–2009 (Operation Gegossenes Blei) – Israel gegen Hamas
- 2012 (Operation Wolkensäule) – Israel gegen Hamas
- 2014 (Operation Protective Edge) – Israel gegen Hamas
- 2021 (Mai-Konflikt) – Israel gegen Hamas
Sonstige militärische Operationen
- Angreifer: Israel (gezielte Luftangriffe)
- Ziel/Verteidiger: Hamas, Hisbollah, iranische Lieferungen, Raketenstellungen in Syrien/Gaza
Die Gründung der Hamas
Die Hamas entstand 1987 im Gazastreifen, mitten in der Ersten Intifada, dem palästinensischen Aufstand gegen die israelische Besatzung. Sie war kein plötzlicher „Überfall“ aus dem Nichts, sondern das Produkt von sozialer Not, politischer Frustration und jahrzehntelanger Besatzung. Die Menschen in Gaza lebten damals unter extrem schwierigen Bedingungen: hohe Arbeitslosigkeit, Armut, eingeschränkte Bewegungsfreiheit, ständige Kontrollen durch Israel und eine fehlende Perspektive auf einen eigenen Staat.
Die Gründer der Hamas kamen aus der palästinensischen Muslimbruderschaft, die schon lange in sozialen und religiösen Projekten aktiv war. Sie hatten gesehen, dass die säkularen Gruppen wie die PLO oft nicht in der Lage waren, den Alltag der Menschen zu verbessern oder den Druck der Besatzung effektiv zu bekämpfen. Die Hamas bot eine Kombination aus Widerstand und sozialer Hilfe: Sie organisierte Schulen, medizinische Versorgung, Nothilfe und gleichzeitig bewaffneten Widerstand gegen die Besatzungsmacht.Die Bewegung entstand also nicht primär aus Ideologie, sondern aus der dringenden Notwendigkeit, den Menschen in Gaza eine Perspektive zu geben und ihre Würde zu verteidigen. Die Gewaltakte gegen Israel waren Teil des Widerstands, der aus jahrzehntelanger Unterdrückung und Perspektivlosigkeit resultierte – nicht nur aus religiösem Eifer.
Fazit

